Der Schlusspunkt: Hohenschwangau – Füssen

Posted by herbert - April 23rd, 2010

Heute  stelle ich Ihnen die letzte – kurze – Etappe auf dem Wanderweg Romantische Straße vor:

29.8.09

Da die letzte Strecke schnell absolviert sein sollte – was sich dann doch als kleiner Irrtum erweisen würde – und da der Wetterbericht erst für den Nachmittag schönes Wetter versprach, fahren wir bei Sonnenschein erst spät ab und je näher wir den Bergen kommen, umso mehr zieht sich der Himmel zu. Überraschend schnell sind wir bis 2 km vor dem Autobahnende, das in zwei Tagen keins mehr ist. Doch dann stehen wir im Stau und bis Füssen ist es sehr, sehr zäh und so können wir erst um 13.30 starten und entscheiden uns, zwar zum Schloss Hohenschwangau hochzusteigen, weil wir über den Fischersteig zum Schwansee wandern wollen. Aber wir machen keine Fotos vom Schloss, denn der Himmel ist grau.

Der Fischersteig, teilweise steil abfallend, erweist sich also so beschwerlich wie befürchtet, aber andrerseits auch sehr schön. In Serpentinen geht es hinunter zum Schwansee, der seinem Namen zumindest heute keine Ehre macht, denn wir sehen keinen einzigen Schwan.

Am Ende des Sees sind sich die beiden Karten einig, zum Kalvarienberg geht es links und nach einigen Metern rechts und genauso machen wir es. Doch leider zweigt kein Weg ab, also geht Ingrid zurück und ich folge ihr langsam. Als sie an der Stelle ist, wo wir uns nach links gewandt haben, geht sie nach rechts und nach wenigen Metern führt ein beschilderter Weg nach links in Richtung Kalvarienberg. Zunächst geht es auf einem breiten gekiesten Weg aufwärts. Dann geht es auf sehr schmalen, sehr steinigen und sehr wurzelreichem Pfad überwiegend steil berauf.

Kalvarienberg Gipfelkreuze herberts-vollwert-blog

Kalvarienberg Gipfelkreuze herberts-vollwert-blog

Auf dem Kalvarienberg ist eine von einer Aussichtsplattform überdeckten kleinen Kapelle. Hier hat man einen herrlichen Ausblick nach Füssen, den Hopfensee sowie auf der anderen Seite zum Schwansee und den Königsschlösser, denn die Sonne ist hervorgekommen und hat viel blauen Himmel mit sich gebracht. Beim Abstieg stellen wir fest, dass auch unterhalb der Kapelle noch Grotten und weitere Einbauten mit religiösen Motiven zu finden sind. Auf dem Stationenweg steigen wir hinab zu einer weiteren Kapelle und weiter nach Füssen, wo wir dann auf der Lechbrücke zur Altstadt kommen, die wir allerdings heute nicht besuchen, sondern wir gehen etwas lechabwärts zum alten Franziskanerkloster und gehen nahe der Stadtmauer zur Bushaltestelle, wo ich mich mit Della im Rucksack setze, während Ingrid die Wartezeit nutzt, um sich noch etwas umzusehen.

Innenhof Schloss herberts-vollwert-blog

Innenhof Schloss herberts-vollwert-blog

Als wir mit dem Bus in Hohenschwangau ankommen, gehen wir zu unserem Auto, suchen ein schattiges Plätzchen, damit wir Della beruhigt zurücklassen können und steigen dann nochmals zu Schloss Hohenschwangau empor, um noch etwas zu fotografieren.

Auf der Rückfahrt, die problemlos verläuft, studiert Ingrid, wie schon bei der Hinfahrt, intensiv die Unterlagen für die nächste Tour.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Rundwanderung Königsschlösser – Alpsee

Posted by herbert - April 21st, 2010

Pech und Glück liegen eng beeinander

25.8.09

Da wir heute zurückfahren müssen und außerdem für den Nachmittag erste schwere Schauer und Gewitter vorhergesagt sind, starten wir schon um 9 Uhr in Hohenschwangau, gehen am Waldrand eben zur ehemaligen Gipsmühle und starten den etwas mühsamen, aber sehr interessanten Aufstieg durch die Pöllatschlucht und sehen erstmals Neuschwanstein von der Südostseite und sind enttäuscht, denn die ganze Seite ist eingerüstet und mit Planen versehen, fast als hätte hier Christo sein Unwesen getrieben.

Pöllatschlucht

Pöllatschlucht

Da wir noch nicht wissen, wie wir später ins Tal absteigen, gehen wir zum Schloss hoch und sehen den Trubel im Innenhof, auf eine Besichtigung verzichten wir, da wir das Schloss und auch Hohenschwangau schon vor einigen Jahren besichtigt haben. Dann steigen wir hoch zur Marienbrücke und haben dabei einen schönen Ausblick auf Seen und Berge, vor allem aber auf Hohenschwangau.

Der Blick von der Marienbrücke leidet naturlich unter der Baustelle und so kehren wir auf einem Weg knapp unterhalb des Schlosses nach Hohenschwangau zurück. Dort holen wir den Buggy, was sich als sehr anstrengend erweisen wird. Wir gehen hoch zum Alpsee und während im Ort großer Trubel herrscht, werden es immer weniger Menschen, je weiter wir kommen. Auf gekiesten Wegen kommen wir bis zur Badeanstalt gut voran. Dann weist eine Tafel darauf hin, dass die folgende Strecke für Radfahrer verboten und auch nicht geeignet ist, das gleiche gilt auch für Kinderwagen. Aber ein Buggy ist kein Kinderwagen und zunächst verstehen wir den Hinweis nicht, denn der Weg ist problemlos.

Doch das ändert sich bald, Wurzeln und Steine machen das Fahren zur Qual und nach der Pause mit herrlichem Blick auf Hohenschwangau muss Della wieder ihre Pfoten benutzen, denn der Weg wird immer beschwerlicher. Vor allem als wir die Südspitze des Sees umrundet haben und wir hochsteigen müssen, weil die Felsen steil zum See hinunterfallen. So bin ich froh, dass das letzte Stück abwärts auf einer asphaltierten Straße fahren kann. Doch noch sind wir nicht am Ziel, sondern wir biegen nach links zum Schloss Hohenschwangau ab.

Als wir den Wald verlassen, ist die Sonne weg und der Himmel dräut ganz dunkel. So verzichten wir aufs viele Fotografieren, na ja einige Bilder müssen für Ingrid schon sein. Als wir dann auf der Straße nach Hohenschwangau gehen, beginnt es zu regnen. Anfangs sind wir etwas durch die Blätter geschützt und ehe es so richtig schüttet, sind wir fast am Auto. Glück gehabt.

Pech gehabt, denn der Regen ist schon schlimm, aber beim Donnern und Blitzen vergeht jede Lust, die letzten Kilometer unserer Wanderung nach Füssen in Angriff zu nehmen und so müssen wir wegen dieser wenigen Kilometer nochmals die vielen Kilometer mit dem Auto fahren.

In der Wohnung müssen wir noch packen und putzen, wobei ich heute keine Hilfe bin, meine Schmerzen im Rippenbereich haben durch die schwierige Buggyfahrt doch wieder zugenommen.

Neuschwanstein

Neuschwanstein

Buching – Hohenschwangau

Posted by herbert - April 13th, 2010

Bald ist wieder Wanderzeit und ich habe Ihnen die letzten Etappen unserer Wanderung entlang der Romantischen Straße vorgestellt, das will ich nunmehr nachholen.

Kühe

So, 23.8.09

Den Tag könnte man auch überschreiben mit Vergesslichkeit oder Lesen sollte man können. Doch der Reihe nach. Gestern gegen Abend ist die Entscheidung gefallen, wir fahren drei Tage zum Wandern, eine Wohnung für zwei Übernachtungen hat Ingrid auch gefunden.

Auf der Fahrt frage ich mich, habe ich eigentlich die für Della abgekochten Kartoffeln mitgenommen und ich bin fast sicher, die liegen noch zu Hause. In Gedanken gehe ich noch durch, ob ich alles dabeihabe, da fällt mir ein, ich habe eine neue Wanderhose angezogen und meine Radfahrerhandschuhe, die ich für den Buggy gegen die Sonne brauche, waren in der Oberschenkeltasche der alten und ich habe sie nicht verpackt. Ingrid erklärte mir auf mein Frage, sie hätte die Handschuhe in den Garderobenschublade gelegt, wo sie jetzt immer noch ruhen. Als wir in der Wohnung ankommen und die Kühltasche ausgeräumt habe, stelle ich fest, dass die belegten Brote, die wir zum Wandern mitnehmen wollten, wohl noch im Kühlschrank zu Hause liegen.

Aber den Kopf habe ich doch dabei, obwohl ich fast daran zweifle, als der Busfahrer Ingrid in Hohenschwangau erklärt, er fahre nicht nach Bayerniederhofen. Mit Hilfe eines kleinen Jungen klären wir dann, was wir machen und so steigen wir in Buching aus. Warum haben wir uns geirrt, wir haben einfach vermutet, dass der Bus immer die gleiche Strecke fährt und mit der Vermutung lagen wir falsch.

Aber so kommen wir an einer Künstler-Werkstätte vorbei und können die über einen Bach montierten modernen Plastiken bewundern, wir kommen dann ans Ortsende von Bayerniederhofen und wenden uns nach dem Sportplatz nach Süden und haben den sehr frischen böigen Wind im Rücken.

Am windstillen Waldrand machen wir Pause und bald erreichen wir Weidelandschaft, das Heben des Buggy über den Weidezaun tut meinen Schmerzen in der Rippengegend nicht gerade gut, doch wenig später beim 2. Zaun wird es etwas schwierig. Denn 10-20 Kühe stehen direkt hinter dem Durchgang und sind weder durch gutes Zureden noch durch Dellas Bellen dazu zu bewegen, den Weg frei zu machen.

Wir überlegen, was wir tun können, aber den Kühen einen Klapps oder auch mehr geben, das trauen wir uns nicht. Da sehe ich auf der anderen Seite zwei Radfahrer näher kommen und hoffe, dass die Kühe jetzt ausweichen. Doch die bleiben zunächst stur, der ältere Radfahrer scheint sich auszukennen und er klatscht einigen Kühen auf den Rücken und so machen sie den Weg langsam frei. Er hilft mir auch noch den Buggy über das verschlossene Tor zu heben. Ich umkurve mit dem Buggy die Kühe, eine folgt mir ganz neugierig mit Blick auf das ihr unbekannte Gerät.

137 kühe folgen Kopie

Doch Ingrid hat es schwerer, sie trägt Della und die will nicht getragen werden. Dann setzen wir sie in den Buggy und ich eile schnell davon, einige Kühe haben Ingrid zu ihrer Leitkuh erwählt und folgen ihr auf Schritt und Tritt, was Ingrid nicht gerade toll findet. Endlich bleiben die Kühe zurück und bald haben wir das nächste Gatter erreicht und wir sind zunächst auf einer Straße, die direkt an einem kleinen See vorbeiführt.

Später ist der asphaltierte Weg für Autos gesperrt, doch dafür gibt es einen fast nicht endenwollenden Strom von Radfahrer in beiden Richtungen. Wir gestatten uns einen kurzen Blick auf den Forggensee und nutzen die erste Gelegenheit, die Radfahrrennpiste zu verlassen. Der Weg ist holprig, aber wir sind ungestört und haben auch noch einen schönen Ausblick auf den Bannwaldsee.

Wir überqueren die stark befahrene Bundesstraße und gehen direkt neben einem Flussbett, fast ohne Wasser, meist im Schatten nach Norden. Dann machen wir eine kurze Pause und sehen den landenden Drachenfliegern zu, die vom Tegelberg herunterfliegen. 

Noch eine halbe Stunde und wir kommen direkt zum Parkplatz mit unserem Auto.

Kneippen im Halblech

Posted by herbert - Januar 9th, 2010

24.08.09 Prem – Bayerniederhofen

Fast hätte ich den Tag unter das Motto Servicewüste Bayern gestellt, aber zum Schluss gab es doch noch ein versöhnliches Ende, doch davon später.

Heute haben wir nur eine kurze Anfahrt und wir stellen das Auto bei der 2. Haltestelle in Prem ab.

Da wir zunächst auf der Straße gehen, packen wir Della in den Buggy, doch diese will laufen und stellt sich in den Buggy, um gut herumsehen zu können. Wir durchqueren eine Sägewerk und dann sind wir auch schon am Lech und auf einem idyllischen Uferweg, der sogar kurzzeitig als Bohlenweg über dem Fluss ausgelegt ist.

Della läuft hier natürlich und nimmt auch ein erstes Bad. An der nächsten Staustufe gehen wir dann auf dem Dammweg weiter und können an den verblühten Orchideen erkennen, wie toll es hier zur Blütezeit ausgesehen haben muss.

An der Einmündung des Halblech in die Lechstaustufe folgen wir dem Fluss aufwärts, müssen kurze Zeit auf einer durchaus belebten Straße ohne Fussweg gehen, was mit dem Buggy nicht ganz ungefährlich ist und so horche ich angestrengt, ob ich ein entgegenkommendes Auto höre, denn der Fahrer könnte mich evtl. zu spät erkennen. Aber ich habe Glück, es kommt kein Auto entgegen.

Dann überqueren wir den Halblech und es geht auf einem schmalen Sträßchen steil bergauf, glücklicherweise überwiegend im Schatten, denn als wir vor Ostern in die pralle Sonne kommen, wird es fast ungemütlich heiß. Nach dem kleinen Örtchen geht es wieder steil bergab und im Tal verlassen wir die Straße und folgen einem Feldweg weiterabwärts zum Dammweg Halblech. Als wir den Fluss erreichen, machen wir Pause und genießen wenig später den renaturierten Bereich des Halblechs. Das saubere und klare Wasser verführt Ingrid zum Kneippen und zum Sonnen auf einem Felsbrocken in der Flussmitte, dass ihr Della folgt, ist bei deren Badefreudigkeit kein Wunder und auch ich lasse mich anstecken, kehre aber bald aus dem eiskalten Wasser ans Ufer zurück.

113 stromschnellen Kopie

An der Abzweigung nach Halblech vergewissern wir uns, dass wir noch genügend Zeit haben, unser Ziel zu erreichen und es klappt auch sehr gut. Als der Bus ankommt, zeigt er als Fahrtziel Steingaden an und der Busfahrer erklärt, dass er wegen der Baustelle in Gründl Prem nicht anfahre.

Er gibt uns den guten Rat, mit dem Gegenbus nach Füssen zu fahren und dann zu warten bis ein Bus über Lechbruck nach Prem fahre, was wir allerdings nicht machen. Während der Fahrt nach Steingaden hat er wegen uns einen regen Funkverkehr und betont in den Gesprächen immer wieder, dass ihm die Zeit nicht reiche über Haus nach Prem zu fahren, da er dann zu spät in Füssen sei, wo er die nächste Fahrt antreten müsse. Als kurz vor Steingaden die Anweisung an ihn kommt, er müsse uns nach Prem fahren, meldet er über Funk, er verstehe nichts mehr und schaltet den Funk ab.

In Steingaden bietet er uns noch an, uns nach Urspring zu fahren, dann hätten wir nur noch 3 km nach Prem zu wandern. Wir lehnen ab und teilen ihm mit, wir würden uns ein Taxi nehmen und seiner Firma dies in Rechnung stellen. An der Bushaltestelle Steingaden sehen wir auf dem Fahrplan, dass 30 min später ein Bus nach Prem fahren soll, doch leider ist auf dem Fahrplan keine Telefonnummer des Busbetriebs verzeichnet, Anrufe sind dort wohl unerwünscht.

Im Verkehrsamt Steingaden kann man uns natürlich nicht sagen, ob derzeit eine Busverbindung nach Prem besteht, aber wir erhalten immerhin die Nummer des zuständigen Verkehrsbetriebs in Weilheim, wo uns mitgeteilt wird, für diese Verbindung seien nicht sie sondern die Nachbarverbund zuständig. Das ist der, mit dem wir gerade gefahren waren. Als wir anrufen, ist dem Partner sofort klar, dass in unserer Sache schon reger Gesprächsverkehr stattgefunden hat und uns wird mitgeteilt, dass keine Verbindung nach Prem bestehe.

Da unsere beiden Handys nur noch wenig Saft haben, beendet Ingrid das Gespräch schnell und da an der Haltestelle die Werbung des Taxiunternehmers in Steingaden angebracht ist, bestellen wir uns ein Taxi, das in 10 min da sein soll.

Jetzt fährt der Bus ein, der über Prem nach Schongau fahren soll. Ich frage den Fahrer, ob er nach Prem fahren, was dieser überraschenderweise bejaht. Wir bestellen das Taxi ab und fahren mit dem Bus nach Prem, wobei es sich herausstellt, dass der Bus im Auftrag der Firma in Weilheim fährt, die dortige Aussage also komplett falsch war und er meint weiter, dass man den Prem doch nicht einfach wegen einer Baustelle ausklammern könne.

Während wir noch an der Bushaltestelle in Steingaden warten, kommt eine Frau auf dem Fahrrad vorgefahren und fragt uns, ob wir nach Prem wollten. Als wir dies bejahen, teilt sie uns mit, dass sie unser Telefonat im Verkehrsverein mitgehört habe und uns jetzt anbieten wolle, uns mit dem Auto nach Prem zu bringen. Wir sind erfreut und bedanken uns für das freundliche Angebot, auf das wir jetzt nicht zurückkommen müssen.

Wir fahren dann in unser Quartier nach Haus, lassen Della dort und fahren nach Füssen, um am Abend noch die Stadt zu besichtigen.

Trotzdem knapp geschafft

Posted by herbert - Januar 2nd, 2010

 Das Geschenkeauspacken (von Ingrids Geburtstag)  hat doch etwas länger gedauert und so verzichten wir zunächst auf die Besichtigung der Wieskirche, um auf alle Fälle den letzten Bus zu erreichen. Obwohl der Buggy nicht ganz in Ordnung ist, sind wir heute mit ihm unterwegs und nach der etwas schwierigen Orientierungsphase im Bereich des Parkplatzes und der Kioske müssen wir kurz über eine Weide und hier sind wieder meine Gewichthebenfähigkeiten gefragt.

Kurz durch den Wald und es folgt eine wunderschöner Bohlenweg durch den Filz, allerdings muss ich den Buggy (ohne Hund) auf einem Rad balancieren, so schmal sind die Bretter. Im Wald treffen wir bald auf ein kleines Bächlein, das uns mäandernd bis nach Steingaden begleitet. Auf einem schmalen Pfad innerhalb des Ortes, zuletzt ein Sägewerk durchquerend kommen wir zum Klosterbereich.

Hier fasziniert Ingrid der Klostergarten, wo wir Pause machen, allerdings kann Ingrid sich nicht setzen, sondern sie wandert essend durch das Gärtlein. Die Kirchenbesichtigung verschieben wir auf abends, denn die Zeit drängt. Ansteigend verlassen wir den Ort und oben auf dem Hügel haben wir einen schönen Rundumblick. Als Ingrid sich gerade zum Fotografieren etwas wegbewegt hat, läutet das Handy und ein erster Gratulant für Ingrid ist am Telefon. Ich lasse den Buggy stehen, der die ganze Zeit auch ohne Bremse sich nicht bewegt hat und bringe Ingrid das Handy. Als ich zurückgehen will, sehe ich, dass sich der Buggy selbstständig gemacht hat und über den Weg zur Wiese rollt, ich renne zu ihm hin, d.h. ich will, denn ich stürze auf dem asphaltierten Weg, die Radfahrerhandschuhe, die ich als Sonnenschutz trage, verhindern entsprechende Aufschürfungen. Als ich den Buggy erreiche, ist er bereits umgestürzt, aber die angeschnallte Della hat sich nur erschrocken.

Die Sonne knallt herunter, doch der starke Wind mindert die Temperatur. Während wir langsam weitergehen, nimmt Ingrid noch einen zweiten Gratulationsanruf entgegen. Da sie mein Handy hat, weiss ich ohne Armbanduhr – so etwas trage ich seit Jahren kaum noch – nicht wie spät es ist und befürchte, dass wir den Bus nicht mehr schaffen.

Vor Prem kommen wir wieder in ein Moorgebiet und versuchen herauszubekommen, ob es eine zweite, näher liegende Haltestelle gibt, ohne Erfolg. Daher durchqueren wir das Moorgebiet ohne größere Stopps und erreichen bald Prem und eine Haltestelle. Da wir noch genügend Zeit haben, gehen wir zur ursprünglich geplanten Haltestelle. Ich will mich vergewissern, dass es die richtige ist und mich trifft fast der Schlag. Da hängt ein roter Zettel, der besagt, dass die Haltestelle derzeit nicht angefahren wird, sondern eine Bedarfshaltestelle eingerichtet ist. Mit Hilfe einer Passantin erfahren wir, wo diese Stelle ist und ich haste mit dem Buggy bergauf zurück und wir sind eine Minute vor der Abfahrt an der Haltestelle und erreichen somit den heute pünktlichen Bus. Der Fahrer rechnet und schaut lange in seinen Tabellen nach, um den Preis zur Wieskirche zu erhalten und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies stimmt, aber er will nur €1,30 pro Person.

In Steingaden ist die Umsteigehaltestelle leider außerhalb und so müssen wir die 30 min hier warten. Unser Auto hat am Parkplatz Wieskirche noch kein Knöllchen erhalten, obwohl die bezahlte Zeit schon lange vorüber ist, denn der Automat hatte die Karte ausgespuckt, bevor ich alles Geld hineingeworfen hatte. Wir stellen das Auto an einen noch schattigeren Platz, damit wir Della im Auto lassen können, während wir die Wieskirche besichtigen.

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Wir fahren anschließend nach Steingaden, um dort im Schönegger Kässtüberl abzuessen, keine so gute Idee, wie wir feststellen, denn die Kässpätzle sind nicht so toll, wie ich finde und überhaupt nicht gut, nach Ingrids Meinung. Dann besichtigen wir noch die Klosterkirche und nochmals den Klostergarten, wo sich Ingrid fast jede Pflanze und jede Tafel genau ansieht.

Natürlich haben alle Läden geschlossen, die Tankstelle hat keine Auswahl bei den Getränken und so fahren wir zur Wohnung zurück, wo wir Mineralwasser und Fruchtschorle bekommen. Am Abend sitzen wir dann mit der Gastgeberin lange im Garten, bis die ersten Blitze zeigen, dass die Wettervorhersage nicht falsch war. Denn gerade als ich mit Della vom Gassigehen zurückkomme, fallen auch schon die ersten Tropfen.

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