Winnenden – Endersbach

Posted by herbert - September 4th, 2011

Mit diesem Posting will ich die Vorstellung unserer Fernwanderungen in diesem Blog beenden, wer weiterhin darüber lesen möchte, kann dies in meinem Fernwanderblog ausführlich tun.

Aussichten

Eigentlich wollten wir nicht wandern, aber die Wettervorhersage prognostizierte ideales Wanderwetter und so machten wir uns doch auf den Weg nach Winnenden. Wieder stellen wir das Auto am Bahnhof ab und durchqueren die Stadt bis zum Rathaus und biegen dann in Richtung Schloss ab. Das ehemalige Deutschordensschloss ist seit 1834 Heil- und Pflegeanstalt.   Hier suchen wir das bekannte Mopsdenkmal. Es wurde von Herzog Karl Alexander errichtet und erinnert daran, dass der Feldmarschall seinen Mops 1717 in der Schlacht bei Belgrad aus den Augen verlor, worauf der Hund nach Winnenden zurückgelaufen sei.

Leider ist die Schlosskirche tatsächlich geschlossen, sodass wir den Jakobusaltar nicht besichtigen können. Zunächst gehen wir entlang eines kleinen Bächleins und umrunden dann einen Vorort von Winnenden, ehe wir dann wieder einen längeren Anstieg vor uns haben, der zunächst am Korber Kopf endet, wo wir Pause machen.

Dann geht es oberhalb von Weinbergen hinunter zu einem Bergsattel, dabei ist der Weg von blühenden Wicken gesäumt, am Bergsattel finden wir Rinder, die einen Ponyfrisur tragen und an schottische Rinder erinnern. Wieder geht es bergauf und dann trennen sich die verschiedenen Wege, der Jakobusweg führt abwärts, der Weg durch die Weinberge führt eben weiter, aber natürlich müssen wir steil aufwärts gehen, denn Ingrid will noch 2 Aussichtspunkte besuchen, die uns einen schönen Blick ins Remstal ermöglichen.

Von Kleinheppacher Kopf steigen wir um Weg zu sparen, eine Weinbergtreppe hinunter, gar nicht so einfach mit dem Buggy, vor allem weil die Treppe am Schluss zu schmal wird. Unten angekommen, stellt Ingrid fest, dass sie die Wanderkarte auf einer Bank oben vergessen hat, also steigt sie nochmals die 158 Stufen nach oben. Dann gehen wir im Zickzack durch die Weinberge ins Tal, durchqueren Klein-Heppach und kommen schließlich ganz hinunter zur Rems, ehe wir wieder leicht ansteigen zur S-Bahn-Station, von der wir zurück nach Winnenden fahren. Dabei gibt es in der ersten S-Bahn Schwierigkeiten mit der Öffnung der Türen und so sind wir froh, dass wir den Zug in Waiblingen verlassen können, um umzusteigen.

Allmersbach – Winnenden

Posted by herbert - August 5th, 2011

Erste Orchideen

Eigentlich wollen wir heute nicht wandern, aber nachdem Ingrid bei wetteronline eine günstige Prognose gesehen hatte, war es klar, dass wir auch heute wandern.

Da wir schnell durch die Baustellen von Schwäbisch Gmünd kommen, erreichen wir in Winnenden einen früheren Zug und haben dadurch genügend Zeit für den Umstieg in den Bus am Bahnhof Backnang.

In der Ortsmitte Allmersbach steigen wir aus und es beginnt ein fast endloser Anstieg, auf dem asphaltierten Anfangsstück darf ich Della mit hochschieben, doch auf einer Mischung aus Kies- und Naturweg wandert sie mit, auch auf dem anschließend wieder befestigten Weg ändert sich das nicht. Gerade denke ich, wie toll es vor einem Jahr mit den vielen Orchideen war und dass wir dieses Jahr aus unseren Wanderung noch keine gesehen haben, weder bei uns im Süden noch im Urlaub in Sachsen, da entdeckt Ingrid die ersten und wir stellen fest, dass es sehr viele Orchideen in der Wiese gibt und Ingrid rätselt noch, welche Sorte es ist. Nach dem ausgiebigen fotografieren, geht es im Wald weiter aufwärts.

Oben geht es im Wald weiter, aber wie? Holzfahrzeuge und der viele Regen haben den Weg nahezu ruiniert und es ist ganz schön schwierig mit dem Buggy durchzukommen und auch Ingrid hat es nicht einfach, denn sie muss Della oft tragen, was dieser aber gar nicht passt und sie wehrt sich mit Strampeln dagegen. Trotzdem schafft Della es das eine oder andere Mal im Matsch zu wandern, sodass sie vor Stülpenhof etwas gesäubert werden muss, bevor sie wieder ihren Buggy besteigen darf. Nach dem Ort machen wir auf einer etwas sonnigen und windgeschützten Wiese unter einem Kirschbaum Pause. Dann geht es auf asphaltierten Weg nach Bürg, vorbei am Turm und dem Restaurant Schöne Aussicht kommen wir zu einer steilen Treppe, also wiederum eine „ideale“ Buggystrecke.

Einen interessanten Spruch können wir an einem modernen Obelisk lesen: Schmerzhaft ist das Sterben eines Illusion.

Anschließend geht es auf einem Weg immer weiter abwärts, wir dürfen die ganzen Anstiegsmeter wieder absteigen. Wir kommen auf einem schönen Weg neben einem Bächlein und einigen Informationstafel nach Winnenden und Della erregt mit ihrem Buggy wie immer Aufsehen.

Wir durchqueren die Fußgängerzone von Winnenden und erreichen bald den Bahnhof und unser Auto. Noch haben wir die Hoffnung, dass es noch so sonnig wird wie gestern, denn bisher war es doch überwiegend wolkig gewesen. Wir gehen daher Pizza essen, aber das Wetter bessert sich leider nicht.

Backnang – Allmersbach

Posted by herbert - Juli 4th, 2011

Wandern und Stadtbesichtigung

Da wir nicht sicher sind, welcher Wettervorhersage wir Vertrauen schenken sollen, wird es doch ziemlich spät, bis wir zuhause wegfahren und so starten wir erst gegen 14 Uhr am Bahnhof in Backnang. Mit einem Schlenker durch die Altstadt kommen wir hinab zur Murr und überqueren diese und gehen an dieser entlang.

Doch die Wanderung am Fluss ist zunächst keineswegs so romantisch, wie man das gemeinhin denkt, zuerst ist links eine große Baustelle, dann ödes Fabrikgelände, ehe dann Gärten und Wiesen folgen. Entlang des Mineralbades kommen wir schließlich zu einer der Brücken, überqueren die Murr und auf einem Wiesenweg kommen wir nach Steinbach. Da es hier einige interessante Fachwerkhäuser geben soll, gehen wir hinunter zum Rathaus und steigen dann fast wieder an den Punkt hoch, an dem wir den Ort betreten haben. Ob sich der Schlenker gelohnt hat, da meine Bilder leider nichts geworden sind, stelle ich zumindest in Zweifel, obwohl Ingrid sicher anderer Meinung ist.

Auf der Hochfläche geht es weiter, bei einem Modellflugzeugstartplatz finden wir viel Klatschmohn, dann senkt sich der Weg zu einem Bächlein hinab und auf dem Grasweg macht es auch Della wieder Spaß zu laufen. Nach einem erneuten An- und Abstieg erreichen wir Unterweissach, vorher machen wir an einem sonnigen Bänkchen Pause, doch als sich die Sonne hinter Wolken versteckt, merkt man den kalten Wind besonders Im einem Tal mit wenigen Häusern erreichen wir die Ortsmitte mit dem aus zwei Häusern bestehenden Rathaus.

Über einen weiteren Anstieg und Abstieg kommen wir nach Allmersbach und müssten fast eine Stunde auf den Bus warten. Das ist uns bei der Kälte, die Sonne hat sich scheinbar endgültig verzogen, zu lange und wir lassen ein Taxi kommen, erfreulich es ist eins mit Spartarif und so halten sich die Kosten in Grenzen.

Wir lassen Della im Auto zurück und machen uns an die Stadtbesichtigung.

Man vermutet, dass bereits im 8. Jahrhundert eine Pfarrei entstanden sein könnte, um 1024 war Backnang unmittelbares Eigentum des deutschen Kaisers, die Stadt wurde 1235 zerstört und bis 1248 wieder aufgebaut. Gut 50 Jahre später kam die Stadt zu Württemberg und 1555 wurde sie endgültig evangelisch. Ende des 16. und zu Beginn des 17.Jahrhunderts erlebte Backnang eine Blütezeit, in dieser Zeit entstanden das Rathaus, das Schloss neben der Stiftskirche, von dem aber nur ein Flügel gebaut wurde und heute das Amtsgericht beherbergt.

Der Gänsebrunnen beim Rathaus erinnert an den Backnanger Gänsekrieg. Die von den ärmeren Schichten gehaltenen Gänse richteten auf den Felder große Schäden an und so wurde die Gänsehaltung verboten. Doch die Backnanger Frauen baten den württembergischen Herzog um Unterstützung und aller Schikanen zum Trotz wurde 1612 die Gänsehaltung wieder erlaubt.

Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs wurden durch die Pest gekrönt, der fast 2/3 der Bevölkerung zum Opfer fiel. 1693 steckten französische Truppen die Stadt in Brand und vernichteten sie vollständig und der Wiederaufbau ging nur sehr schleppend voran. Mit der Gründung der oberen Spinnerei 1832 hielt die Industrialisierung Einzug in die Stadt und schufen die Grundlage für die „Süddeutsche Gerberstadt“, dieser Name behielt seine Berechtigung bis in die 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts. Heute hat die Stadt ca. 35000 Einwohner.

Besondere Sehenswürdigkeiten sind u.a. die Stiftskirche St. Pancratius, das historische Rathaus und der Stadtturm. Die St. Pancratiouskirche wurde von Markgraf Hermann von Baden und seiner Frau gestiftet und diente bis 1240 als Grablege der Markgrafen. Seit der Reformation ist sie die Hauptkirche der evangelischen Gemeinde.

Das erste Rathaus fiel bis auf den Renaissanceunterbau dem Stadtbrand von 1693 zum Opfer und wurde auf den alten Grundmauern 1716 als Fachwerkbau neu errichtet.

Der 45 m hohe Stadtturm ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde auf dem frühgotischen Chor der Michaelskirche aus dem 13. Jahrhundert aufgesetzt, nach dem Einsturz des hölzernen Turms wurde der Turm 1614 nach Plänes des Landesbaumeisters Heinrich Schickardt gebaut. Diese Pläne waren auch Grundlage des Wiederaufbaus nach dem großen Stadtbrand.

Da die Wolken immer weniger werden und die Sonneneinstrahlung stärker, haben wir trotz der frühen Abendstunden Bedenken, ob es im Auto für Della nicht zu warm wird, daher gehen wir nicht zum Abendessen, sondern zum Auto zurück. Hier ist angenehm warm, aber noch nicht zu heiß für Della.

Oppenweiler – Backnang

Posted by herbert - Juli 1st, 2011

Wege in Karten sind mitunter Glückssache

Wir stellen unser Auto am Bahnhof ab und sind nach wenigen Schritten im naturnah gestalteten Schlosspark und beim achteckigen Wasserschloss von 1782, das heute der Gemeinde als Rathaus dient. Hier machen wir Rast, ehe wir das Schloss weiträumig umrunden. Dabei kommen wir an einem sehr kleinen Pfauengehege vorbei, das eigentlich den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt.

An der heute evangelischen Jakobuskirche vorbei, die deshalb natürlich geschlossen ist, gehen wir durch ein Wohngebiet nach Südwesten. Die Kirche wurde erstmals 1353 erwähnt und wurde Ende des 16. Jahrhundert evangelisch.

Bei dem in Privatbesitz befindliche Katharinenschloss müssen wir leider wieder einen Umweg machen, denn auf den Karten waren Wege eingezeichnet, die innerhalb der Schlossmauer verlaufen und somit von uns nicht begangen werden konnten.

Wir durchqueren den nächsten Ort und nach einer kurzen Strecke auf der Straße nach Backnang erreichen wir den Wald und können hier auf einem schönen Naturpfad in Richtung Backnang wandern. Über den Fußweg Zeller Weg kommen wir dann sehr schnell in die Innenstadt, allerdings machen wir kurz Pause, um den am Morgen frisch gebackenen Kuchen und mitgenommenen Kuchen zu verzehren.

Wir durchqueren die Innenstadt ohne zu Fotografieren, um den nächsten Zug zu erreichen, denn sonst müssten wir eineinhalb Stunden warten, sodass wir wieder spät heimkommen würden.

Murrhardt – Oppenweiler (1)

Posted by herbert - Juni 15th, 2011

Der Buggytrageweg

Bevor wir unsere eigentliche Wanderung beginnen, machen wir einen kurzen Abstecher ins Felsenmeer und zum kleinen, aufgestauten Römersee. Das Felsenmeer ist durch einen Abbruch der Stubensandsteinkante entstanden und bietet viel Raum für Sagen und Märchen. Ein interessanter Zick-Zack-Anstieg, aber oben wird der Rundweg doch immer uninteressanter und verläuft oft auf Kieswegen, die kaum Schatten bieten und es ist heute schon ganz schön warm. So kürzen wir ab und kommen an einer Stelle vorbei, wo früher ein Aussichtspunkt stand, doch derzeit sieht man nicht mehr nach Murrhardt hinunter. Der Abstieg ist teilweise sehr steil, aber als Naturweg durchaus angenehm zu gehen.

Danach starten wir außerhalb von Murrhardt und sind bald am unteren Wasserfall des Hörschbachtals und bisher ist auch alles im grünen Bereich.

Die Hörschbachschlucht ist Naturschutzgebiet mit markanten Felsbildungen und zwei Wasserfällen, der Hörschbach wird durch den Zusammenfluss der Mähder- und Langenwaldbach gebildet. Der Wald ist Schonwald und soll sich ohne menschliche Eingriffe natürlich weiterentwickeln.

Kurz nach dem unteren Wasserfall teilt sich der Weg in einen Hang- und einen Bachweg. Beim Anblick des Anstiegs ist die Entscheidung für den Bachweg eindeutig, und landschaftlich ist auch alles wunderschön, auch der Wanderweg ist von einigen schmierigen und rutschigen Stellen sehr naturnah und ohne Buggy zwar anstrengend aber durchaus machbar.

Doch der Buggy – ohne Della, die hier mal ihre eigenen 4 Pfoten benutzen darf – muss immer wieder getragen werden, oft mehrere Meter. Mal sind es stufige, extrem schmale Anstiege, dann wieder Abstiege, mal sind es Steine, die sich gegen den Buggy sperren, mal sind es Wurzeln. Wir kommen kaum vorwärts, dann meint ein Wanderer, der uns überholt, dass dies hier alles noch harmlos sei, aber es würde noch bedeutend schlimmer. Doch davon lasse ich mich noch nicht sehr beeindrucken, als aber wenig später eine Frau dasselbe sagt werde ich nachdenklich.

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