Bio-Kürbisse aus Argentinien muss das sein?

Posted by herbert - Juni 4th, 2012

Sie wissen, ich bin Kürbisfan, sonst hätte ich dieser Beere nicht ein ganzes Kochbuch gewidmet und dass man in konventionellen Gemüseläden und Supermärkte das ganze Jahr alles kaufen kann, daran habe ich mich gewöhnt, wenn ich es auch nicht verstehe, warum man das ganze Jahr Erdbeeren oder Trauben kaufen können muss. Natürlich weiss ich, dass die Läden das nur (?) anbieten, weil die Käufer es verlangen oder kaufen die Käufer diese Waren nur, weil sie angeboten werden.

Aber dass man bei Biogärtner und im Bioladen jetzt auch Biokürbisse aus Argentinein anbietet, ist für mich schlichtweg unverständlich und dass vorgeblich nachdenkende Menschen, die wohl einen Großteil derer Kunden ausmachen, jetzt viel Geld für solche Ware ausgeben, ist für mich völlig unverständlich. Wer sich schon mal mit Fragen der Ökobilanz beschäftigt hat, der muss einfach die Finger von dieser Ware lassen und sich lieber darauf freuen, wenn es im Herbst einheimische Ware gibt.

Oder was meinen Sie dazu?

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2 Responses to “Bio-Kürbisse aus Argentinien muss das sein?”

  1. DirkNB

    Grundsätzlich stimme ich Ihren Bedenken zu. Bioware aus völlig anderen Ecken der Welt zu uns zu karren scheint wirklich a) sinnlos und vor allem b) nicht mehr Bio zu sein.
    Vor einiger Zeit habe ich mal eine Doku gesehen, in der genau über solche Fälle nachgedacht wurde. Am Beispiel Apfel wurde durchgerechnet, wie sich die Ökobilanz eines hiesigen Bioapfels im Vergleich mit einem Neuseeländischen(?) verhält. Das Erstaunliche war, dass sich beide Varianten nicht wirklich unterschieden, im Gegenteil. Spätestens, wenn der hiesige Verbraucher mit dem Auto zum Biobauern und seinem Hofladen fährt, anstatt zum Supermarkt um die Ecke, hatte der Überseeische Bioapfel eine bessere Ökobilanz als der hiesige.
    Der Hintergrund war relativ einfach: Hierzulande werden Bioprodukte meist von kleinen Betrieben produziert, die auf Eigenvermarktung oder genossenschaftliche Strukturen bauen. Dies macht viele kleine Transporte zwischen Erzeugung und Kunden nötig. Der ferne, aber in großen Bioplantagen erzeugte Apfel vereinigt sich schnell zu großen Mengen, so dass der Transport in der Bilanz immer günstiger kommt. Der lange Seeweg fällt, auf den Apfel runter gerechnet, kaum mehr ins Gewicht.
    Nicht immer scheint also das Fernerzeugte wirklich ungünstger. Salopp formuliert: Je weiter weg die Erzeugung, desto größer muss der Erzeuger sein, damit es sich Biobilanztechnisch wieder lohnt.

  2. herbert

    Ich denke, rechnerisch ist vieles möglich, man muss nur die Grundlagen etwas anpassen und schon kommt das Ergebnis heraus, das einem passt. Ob außerdem der lange Seeweg dann noch die Frische bringt, die man beim Biobauern erhält, auch da habe ich meine Zweifel.

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