Uttenhofen – Obermühle

Posted by herbert - Mai 23rd, 2011

Schlüsselblumen begleiten uns den ganzen Tag, obwohl sie am schönsten kurz vor dem Ziel blühen, daneben finden wir weiße und gelbe Buschwindröschen, Veilchen und zum Schluss auch noch Sumpfdotterblumen.

Doch der Reihe nach, auf der Fahrt nach Uttenweiler machen wir natürlich noch mal einen Halt in Schechingen, denn heute ist der letzte Tag an dem man den wunderschönen Osterbrunnen für dieses Jahr bewundern kann, was wir natürlich ausführlich machen.

In Uttenweiler stellen wir unser Auto in der Nähe der Bushaltestelle ab, von der wir im Dezember nach Schwäbisch Hall zurückgefahren waren. Nach wenigen Metern sind wir bei den ersten Häusern von Uttenweiler und gehen dann am Ortsrand auf kurzem Weg zu den Feldern und auf befestigtem Weg über offene Gelände erreichen wir bald Rieden.

Die heute evangelische Marienkirche steht auf einer Anhöhe und wirkt dadurch besonders wuchtig. 1436 wurde der Grundstein zu einer Wallfahrtskirche gelegt, nachdem gut 60 Jahre vorher dort ein Kreuz von roter Erde gefunden worden sein soll, in dem sogar Bruckstücke des Kreuz Jesu eingeschlossen sein sollten.

Der Kirchhof war ursprünglich als Zufluchtsort bei feindlichen Angriffen wehrhaft mit einer hohen Ringmauer ausgestattet. Die Kirche hat Ähnlichkeiten mit der Michaelskirche von Schwäbisch Hall.

Während sich Ingrid kurz die wuchtige Kirche von innen ansieht, warte ich mit Della draußen und kann in aller Muße einen blühenden Forsythienstrauch fotografieren. Am Ortsende von Rieden treffen wir dann auf die ersten Schlüsselblumen, die sich in der hellen Sonne dem Fotografen verwehren, wie ich abends beim Anschauen meiner Digitalbilder feststellen muss. Vorbei an einem Spiel- und Rastplatz steigen wir auf endlich unbefestigtem Weg steil bergauf und ich bin froh, dass Della hier einigermaßen Spaß beim Laufen hat.

Kurz bevor wir die Kammhöhe erreicht haben, machen wir auf einer Bank mit schönem Ausblick auf Westheim Pause, ehe uns der auflebende Wind doch zu einem schnellen Aufbruch veranlasst. Zunächst geht es auf einem Kamm weiter, immer wieder erlauben die unbelaubten Bäume einen Ausblick ins Vorland.

Als es dann breiter wird, kommen wir auch wieder auf gekieste Waldwege, ehe wir an einer Pilgerrastbank nochmals kurz Pause machen. Jetzt wandern wir auf Naturboden weiter, dann geht es steil bergab und wenn es bisher immer trocken war, jetzt ist der Weg auf einmal teilweise nass und schmutzig, wie uns der schriftliche Pilgerführer bereits vorgewarnt hatte.

Della hat es nun ganz eilig und Ingrid kommt kaum mit, während ich fast Mühe haben, den Buggy zu halten. Dann erreichen wir einen Kiesweg und wenn man von dem Kies absieht, ist es ein wunderschöner Weg, immer wieder finden wir Schlüsselblumen und andere Frühlingsblüher, dann nehmen die Blüten ab, denn wir gehen jetzt in einem schmalen Tal neben einem Bächlein bergab, ja man könnte es fast eine Schlucht nennen.

Unten im Tal finden wir dann immer mehr Schlüsselblumen und schließlich auch die schon erwähnte Sumpfdotterblume. Wir haben genügend Zeit zum Fotografieren, zum einen dauert es noch lange, bis der Bus kommt und der Weg ist nicht mehr weit. Zum andern sehen wir in einiger Entfernung 4 Reiter mit zwei großen freilaufenden Hunden, die sich kaum vom Fleck bewegen. Leider geht unsere Hoffnung, sie würden vor uns nach Obermühle reiten, nicht in Erfüllung, sondern sie kommen uns entgegen.

Ich weiche mit Della im Buggy auf eine Wiese aus, einer der Hund macht Anstalten, zu uns zu kommen, aber dann wird er zurückgerufen und erfreulicherweise ist es ein folgsamer Hund. In Obermühle müssen wir noch eine halbe Stunde warten, bis der Bus ganz pünktlich kommt. Da wir nicht ganz sicher, sind, dass es mit dem Anschluss in Bibersfeld klappt, kauft Ingrid nur bis dorthin die Fahrkarten. Wir steigen aus und sind zunächst verunsichert, denn die Linie 10 mit der wir fahren wollen, ist auf der Haltestelle nicht aufgeführt, aber es hängt der Fahrplan aus, doch der verunsichert uns weiter, denn am Sonntag scheint kein Bus zu fahren. Dann merken wir, dass der Druck um eine Spalte verrutscht ist und sind ganz zuversichtlich, dass ein Bus kommt.

Auch dieser Bus ist pünktlich und es ist derselbe Bus mit demselben Fahrer, der dann nur eine Fahrt berechnet, denn wenn wir sofort mit Umsteigen gebucht hätten, wäre es billiger gewesen. In Uttenhofen steigen wir am Ortsrand aus und gehen zur Sigismund-Kapelle in der Ortsmitte und dann zu unserem Auto. Da es in Schwäbisch Hall ein indisches Lokal gibt, fahren wir dorthin, um später festzustellen, es wäre besser gewesen, direkt heimzufahren, denn das Essen war einfach geschmacklos, es hat etwas satt gemacht, aber auch nicht mehr.

Wer mehr über unsere Fernwanderungen und Pilgerwege wissen möchte, wird hier fündig

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