Indisch essen in Schwäbisch Hall

Posted by herbert - April 19th, 2010

war gestern Abend nach unserer ersten (kleinen) Wanderung doch mehr als nur eine gelinde Enttäuschung, eine der wenigen die ich als Fan der indischen Küche bei meinen unzähligen entsprechenden Restaurantbesuchen gemacht habe.

Nun gut, dass die Bedienung uns zuerst an einen Katzentisch verfrachten wollte, ehe sie uns dann doch noch nette Tische zeigte, was solls. Doch als die Bedienung merkte, dass wir nicht geneigt waren, das nicht ganz billige Buffet zu ordern und dann versuchte, uns mit dem Hinweis, dass a la carte Essen aber sehr lange dauern würde, doch noch zu der teuren Variante zu überreden, hätte ich meine Drohung, dann gehen wir eben woanders hin, wahrmachen sollen.

Doch die Bedienung ruderte zurück und wollte sich erkundigen, wie lange es wirklich dauern würde. Die Antwort erhielten wir von ihrem Chef (oder Vorgesetzten) und die war eindeutig, natürlich würden unsere Gerichte sofort zubereitet und tatsächlich hielt sich die Zubereitungszeit im durchaus üblichen Rahmen.

Dann das Essen, der Reis war ganz gut, mit Nüssen und kleingeschnittenen Gemüse angereichert. Ich hatte Saag (also Spinat) mit indischem Käse bestelllt und bekam eine pürierte, grüne Masse, bei der der Koch wohl das Würzen vergessen hatte und frage mich noch immer, wie der Koch es außerdem geschafft hat, den Spinat so zu pürieren, dass die Blattstängel erhalten geblieben sind, was auch nicht unbedingt zum (nicht vorhandenen) Genuss beitrug und Spinat indisch kann einfach ein Traum sein.

Beim Gericht meiner Frau war wenigstens ansatzweise etwas von Gewürzen zu schmecken, aber auch nicht mehr. Das Angebot der Bedienung uns Salz und Pfeffer zu bringen, nachdem wir ihr unsere wenig positiven Eindrücke geschildert haben, hätte die Gerichte auch nicht mehr retten können.

Als dann der Chef zum Abkassieren kam und wir ihm unsere Meinung zu dem Essen kundtaten, nahm dieser dies ganz stoisch auf, kein Wort des Bedauerns, kein Wort der Entschuldigung, kein Wort der Erklärung. Dass es dann kein Trinkgeld gab, ist, glaube ich, verständlich und dass dies gleichzeitig unser letzter Besuch in dem Etablissemant war, ebenso.

Toll fand ich, als ich dann außen die Werbung „Spice-Route-Restaurant“ las, denn genau von Würzen konnte ja keine Rede sein.

Ob die Gerichte immer so schmecken oder ob der Koch nur einen besonders schlechten Tag hatte, weiß ich natürlich nicht.

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