Kneippen im Halblech

Posted by herbert - Januar 9th, 2010

24.08.09 Prem – Bayerniederhofen

Fast hätte ich den Tag unter das Motto Servicewüste Bayern gestellt, aber zum Schluss gab es doch noch ein versöhnliches Ende, doch davon später.

Heute haben wir nur eine kurze Anfahrt und wir stellen das Auto bei der 2. Haltestelle in Prem ab.

Da wir zunächst auf der Straße gehen, packen wir Della in den Buggy, doch diese will laufen und stellt sich in den Buggy, um gut herumsehen zu können. Wir durchqueren eine Sägewerk und dann sind wir auch schon am Lech und auf einem idyllischen Uferweg, der sogar kurzzeitig als Bohlenweg über dem Fluss ausgelegt ist.

Della läuft hier natürlich und nimmt auch ein erstes Bad. An der nächsten Staustufe gehen wir dann auf dem Dammweg weiter und können an den verblühten Orchideen erkennen, wie toll es hier zur Blütezeit ausgesehen haben muss.

An der Einmündung des Halblech in die Lechstaustufe folgen wir dem Fluss aufwärts, müssen kurze Zeit auf einer durchaus belebten Straße ohne Fussweg gehen, was mit dem Buggy nicht ganz ungefährlich ist und so horche ich angestrengt, ob ich ein entgegenkommendes Auto höre, denn der Fahrer könnte mich evtl. zu spät erkennen. Aber ich habe Glück, es kommt kein Auto entgegen.

Dann überqueren wir den Halblech und es geht auf einem schmalen Sträßchen steil bergauf, glücklicherweise überwiegend im Schatten, denn als wir vor Ostern in die pralle Sonne kommen, wird es fast ungemütlich heiß. Nach dem kleinen Örtchen geht es wieder steil bergab und im Tal verlassen wir die Straße und folgen einem Feldweg weiterabwärts zum Dammweg Halblech. Als wir den Fluss erreichen, machen wir Pause und genießen wenig später den renaturierten Bereich des Halblechs. Das saubere und klare Wasser verführt Ingrid zum Kneippen und zum Sonnen auf einem Felsbrocken in der Flussmitte, dass ihr Della folgt, ist bei deren Badefreudigkeit kein Wunder und auch ich lasse mich anstecken, kehre aber bald aus dem eiskalten Wasser ans Ufer zurück.

113 stromschnellen Kopie

An der Abzweigung nach Halblech vergewissern wir uns, dass wir noch genügend Zeit haben, unser Ziel zu erreichen und es klappt auch sehr gut. Als der Bus ankommt, zeigt er als Fahrtziel Steingaden an und der Busfahrer erklärt, dass er wegen der Baustelle in Gründl Prem nicht anfahre.

Er gibt uns den guten Rat, mit dem Gegenbus nach Füssen zu fahren und dann zu warten bis ein Bus über Lechbruck nach Prem fahre, was wir allerdings nicht machen. Während der Fahrt nach Steingaden hat er wegen uns einen regen Funkverkehr und betont in den Gesprächen immer wieder, dass ihm die Zeit nicht reiche über Haus nach Prem zu fahren, da er dann zu spät in Füssen sei, wo er die nächste Fahrt antreten müsse. Als kurz vor Steingaden die Anweisung an ihn kommt, er müsse uns nach Prem fahren, meldet er über Funk, er verstehe nichts mehr und schaltet den Funk ab.

In Steingaden bietet er uns noch an, uns nach Urspring zu fahren, dann hätten wir nur noch 3 km nach Prem zu wandern. Wir lehnen ab und teilen ihm mit, wir würden uns ein Taxi nehmen und seiner Firma dies in Rechnung stellen. An der Bushaltestelle Steingaden sehen wir auf dem Fahrplan, dass 30 min später ein Bus nach Prem fahren soll, doch leider ist auf dem Fahrplan keine Telefonnummer des Busbetriebs verzeichnet, Anrufe sind dort wohl unerwünscht.

Im Verkehrsamt Steingaden kann man uns natürlich nicht sagen, ob derzeit eine Busverbindung nach Prem besteht, aber wir erhalten immerhin die Nummer des zuständigen Verkehrsbetriebs in Weilheim, wo uns mitgeteilt wird, für diese Verbindung seien nicht sie sondern die Nachbarverbund zuständig. Das ist der, mit dem wir gerade gefahren waren. Als wir anrufen, ist dem Partner sofort klar, dass in unserer Sache schon reger Gesprächsverkehr stattgefunden hat und uns wird mitgeteilt, dass keine Verbindung nach Prem bestehe.

Da unsere beiden Handys nur noch wenig Saft haben, beendet Ingrid das Gespräch schnell und da an der Haltestelle die Werbung des Taxiunternehmers in Steingaden angebracht ist, bestellen wir uns ein Taxi, das in 10 min da sein soll.

Jetzt fährt der Bus ein, der über Prem nach Schongau fahren soll. Ich frage den Fahrer, ob er nach Prem fahren, was dieser überraschenderweise bejaht. Wir bestellen das Taxi ab und fahren mit dem Bus nach Prem, wobei es sich herausstellt, dass der Bus im Auftrag der Firma in Weilheim fährt, die dortige Aussage also komplett falsch war und er meint weiter, dass man den Prem doch nicht einfach wegen einer Baustelle ausklammern könne.

Während wir noch an der Bushaltestelle in Steingaden warten, kommt eine Frau auf dem Fahrrad vorgefahren und fragt uns, ob wir nach Prem wollten. Als wir dies bejahen, teilt sie uns mit, dass sie unser Telefonat im Verkehrsverein mitgehört habe und uns jetzt anbieten wolle, uns mit dem Auto nach Prem zu bringen. Wir sind erfreut und bedanken uns für das freundliche Angebot, auf das wir jetzt nicht zurückkommen müssen.

Wir fahren dann in unser Quartier nach Haus, lassen Della dort und fahren nach Füssen, um am Abend noch die Stadt zu besichtigen.

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