Trotzdem knapp geschafft

Posted by herbert - Januar 2nd, 2010

 Das Geschenkeauspacken (von Ingrids Geburtstag)  hat doch etwas länger gedauert und so verzichten wir zunächst auf die Besichtigung der Wieskirche, um auf alle Fälle den letzten Bus zu erreichen. Obwohl der Buggy nicht ganz in Ordnung ist, sind wir heute mit ihm unterwegs und nach der etwas schwierigen Orientierungsphase im Bereich des Parkplatzes und der Kioske müssen wir kurz über eine Weide und hier sind wieder meine Gewichthebenfähigkeiten gefragt.

Kurz durch den Wald und es folgt eine wunderschöner Bohlenweg durch den Filz, allerdings muss ich den Buggy (ohne Hund) auf einem Rad balancieren, so schmal sind die Bretter. Im Wald treffen wir bald auf ein kleines Bächlein, das uns mäandernd bis nach Steingaden begleitet. Auf einem schmalen Pfad innerhalb des Ortes, zuletzt ein Sägewerk durchquerend kommen wir zum Klosterbereich.

Hier fasziniert Ingrid der Klostergarten, wo wir Pause machen, allerdings kann Ingrid sich nicht setzen, sondern sie wandert essend durch das Gärtlein. Die Kirchenbesichtigung verschieben wir auf abends, denn die Zeit drängt. Ansteigend verlassen wir den Ort und oben auf dem Hügel haben wir einen schönen Rundumblick. Als Ingrid sich gerade zum Fotografieren etwas wegbewegt hat, läutet das Handy und ein erster Gratulant für Ingrid ist am Telefon. Ich lasse den Buggy stehen, der die ganze Zeit auch ohne Bremse sich nicht bewegt hat und bringe Ingrid das Handy. Als ich zurückgehen will, sehe ich, dass sich der Buggy selbstständig gemacht hat und über den Weg zur Wiese rollt, ich renne zu ihm hin, d.h. ich will, denn ich stürze auf dem asphaltierten Weg, die Radfahrerhandschuhe, die ich als Sonnenschutz trage, verhindern entsprechende Aufschürfungen. Als ich den Buggy erreiche, ist er bereits umgestürzt, aber die angeschnallte Della hat sich nur erschrocken.

Die Sonne knallt herunter, doch der starke Wind mindert die Temperatur. Während wir langsam weitergehen, nimmt Ingrid noch einen zweiten Gratulationsanruf entgegen. Da sie mein Handy hat, weiss ich ohne Armbanduhr – so etwas trage ich seit Jahren kaum noch – nicht wie spät es ist und befürchte, dass wir den Bus nicht mehr schaffen.

Vor Prem kommen wir wieder in ein Moorgebiet und versuchen herauszubekommen, ob es eine zweite, näher liegende Haltestelle gibt, ohne Erfolg. Daher durchqueren wir das Moorgebiet ohne größere Stopps und erreichen bald Prem und eine Haltestelle. Da wir noch genügend Zeit haben, gehen wir zur ursprünglich geplanten Haltestelle. Ich will mich vergewissern, dass es die richtige ist und mich trifft fast der Schlag. Da hängt ein roter Zettel, der besagt, dass die Haltestelle derzeit nicht angefahren wird, sondern eine Bedarfshaltestelle eingerichtet ist. Mit Hilfe einer Passantin erfahren wir, wo diese Stelle ist und ich haste mit dem Buggy bergauf zurück und wir sind eine Minute vor der Abfahrt an der Haltestelle und erreichen somit den heute pünktlichen Bus. Der Fahrer rechnet und schaut lange in seinen Tabellen nach, um den Preis zur Wieskirche zu erhalten und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies stimmt, aber er will nur €1,30 pro Person.

In Steingaden ist die Umsteigehaltestelle leider außerhalb und so müssen wir die 30 min hier warten. Unser Auto hat am Parkplatz Wieskirche noch kein Knöllchen erhalten, obwohl die bezahlte Zeit schon lange vorüber ist, denn der Automat hatte die Karte ausgespuckt, bevor ich alles Geld hineingeworfen hatte. Wir stellen das Auto an einen noch schattigeren Platz, damit wir Della im Auto lassen können, während wir die Wieskirche besichtigen.

20 altar Kopie

Wir fahren anschließend nach Steingaden, um dort im Schönegger Kässtüberl abzuessen, keine so gute Idee, wie wir feststellen, denn die Kässpätzle sind nicht so toll, wie ich finde und überhaupt nicht gut, nach Ingrids Meinung. Dann besichtigen wir noch die Klosterkirche und nochmals den Klostergarten, wo sich Ingrid fast jede Pflanze und jede Tafel genau ansieht.

Natürlich haben alle Läden geschlossen, die Tankstelle hat keine Auswahl bei den Getränken und so fahren wir zur Wohnung zurück, wo wir Mineralwasser und Fruchtschorle bekommen. Am Abend sitzen wir dann mit der Gastgeberin lange im Garten, bis die ersten Blitze zeigen, dass die Wettervorhersage nicht falsch war. Denn gerade als ich mit Della vom Gassigehen zurückkomme, fallen auch schon die ersten Tropfen.

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