Sylvesterrückblick: Reichenbach -Lichtentanne

Posted by herbert - Dezember 31st, 2008

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 Glück und Pech liegen eng beisammen und heute können wir das feststellen. Glück hatten wir mit dem Wetter und dem Zug, Pech hatten wir mit den Wegen.

Das fing schon bei der Anfahrt nach Reichenbach, am Ortsausgang Greiz war plötzlich die Bundesstrasse nach Reichenbach gesperrt und wir mussten wieder umdrehen, um durch das kurvenreiche Göltschtal unseren Startort zu erreichen.

Gestern Abend hatten wir noch überlegt, wie wir Reichenbach verlassen sollten und die erste Intention war es, gleich vom Bahnhof aus die Stadt auf kürzestem Weg zu verlassen. Glücklicherweise entschieden wir uns anders, denn sonst hätten wir einen völlig falschen Eindruck von der Stadt gehabt, denn wir fanden schöne Häuser rund um den Markt und eine interessante an die hügelige Landschaft angepasste Stadtanlage. Wir gehen ganz ins Tal und steigen sofort wieder hoch und haben einen schönen Blick auf die Stadt.

Der Blick nach oben ist nicht so erfreulich, denn von hinten schiebt sich eine dunkle Wand heran, die eindeutig Regen mit sich bringt und Ingrid wartet auf freiem Feld mindestens 5 Minuten, bis die Sonne nochmals zwischen den Wolken hervorkommt. Die Regenwand kommt näher, aber sie schiebt sich rechts an uns vorbei. Glück gehabt.

Natürlich ist die neue Umgehungsstraße noch nicht in den Karten berücksichtigt und wir sind nicht ganz sicher, ob unser Wanderweg noch so verläuft, wie gezeichnet. Aber von einer kleinen Abweichung abgesehen, läuft alles nach Plan. In Neumark will Ingrid auf kürzestem Weg zu einem eingezeichneten Park und lässt sich auch durch ein Schild „Betriebsgelände Zutritt verboten“ nicht beeindrucken, mit dem Ergebnis, dass wir im abgeschlossenen Hof eines Gutes landen und umkehren.

Wenig später machen wir an der Kirche Rast, nur durch einen Zaun von dem Hof getrennt, in dem wir vorher waren. Ingrid hat von hier einen Weg entdeckt, der uns zu unserer weiteren Wanderstrecke bringen soll. Aber nach gut 100 m ist wieder alles abgesperrt und wir müssen erneut zurück. Wir wandern in einem breiten Tal auf schmaler Straße und fragen uns, gibt es keine andere Möglichkeit der Wegführung, als stundenlang auf einer Straße zu wandern.

Wieder zieht eine dunkle Wand heran, der Wind nimmt zu und bläst böig und kalt. Jetzt kann und nur noch Gaststätte retten und wir gehen um die nächste Kurve und da ist die Scheune der alten Mittelmühle als Gaststätte eingerichtet und geöffnet. Wir stürmen ins Lokal, gleich hinter uns ein Radfahrerpäarchen. Guter Kuchen und Tee und für mich Kakao mit Chili und Ingwer lassen uns den kurzzeitigen und heftigen Regen im Lokal gut verschmerzen.

Kurz bevor wir aufbrechen, nochmals ein kurzer Schauer. Da die Wegmarkierung durch Felder verläuft und die Karte einen Weg, teilweise sogar zwei Wege neben einem Bächlein zeigen, fragen wir den Wirt. Der erzählt von einem schönen Wanderweg, wenn man ihn denn findet. Er versucht, zu erklären, wie wir ihn finden können.

Aber, wie ich schon insgeheim befürchtet habe, finden wir ihn nicht und so machen wir einen nicht unerheblichen Umweg. Als wir in einem kleinen Weiler vorbeikommen, fragen wir nach dem Weg. Ingrid kann der Beschreibung nicht ganz glauben, aber zumindest der Anfang ist richtig und wieder wählt Ingrid den riskanten Weg und hat Glück, denn dieser führt uns zum letzten Teil des Wanderwegs, den wir eigentlich von der Mühle bis Schönfels gehen wollten.

In Schönfels durchqueren wir den Ort und steigen zur Burg empor. Seltsame Musik klingt uns entgegen und wir können kaum in die Burg hinein, denn es findet ein mittelalterlicher Markt statt. So gehen wir schnell weiter und wählen fast den falschen Weg, denn die Markierung ist hier mehr als zweideutig.

Da unser Fahrplan nur bis gestern gültig war, frage ich bei der Bahn nach, wie heute die Züge fahren. Der nächste, den wir aber kaum mehr erreichen können, fährt um 19.24, der nächste soll um 19.51 fahren, was ich eigentlich kaum glauben kann. Aber es beruhigt ein klein wenig. Trotzdem schreiten wir rüstig voran, sodass eine Pferdekutsche lange braucht, bis sie uns überholt hat.

Dann die erste Uhr in Lichtentanne zeigt 10 nach sieben und soweit ist es nicht mehr und tatsächlich wir schaffen den Zug noch gut. Das war auch gut so, denn die Auskunft über den nächsten war falsch und wir hätten fast 1 ½ Stunden warten müssen.

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